Es gibt böse Rapper
Es gibt gute Rapper
Und dann gibt es noch Cazino

Niemand kennt meine Geschichte besser als ich. Es ist ein purer Zufall das ich nach Deutschland kam.

Ich wurde im Mai 1977 in Cape Coast, Ghana als Sohn eines Navy Soldaten geboren, wo ich bis zu meinem neunten Lebensjahr aufwuchs, dann hatte das Schicksal etwas anderes mit mir vor.

Ich wurde krank und meine deutsche Mutter holte mich auf stressigem Wege nach Deutschland, damit ich operiert werden konnte. Alles was ich heute bin verdanke ich meiner Mutter. Durch sie weiß ich, dass nichts unmöglich ist. In meiner Kindheit war ich einfach nur der derbste Michael Jackson Fan (Ende der 80iger).

Mit 15/16 entdeckte ich meine Liebe zum Hip Hop und hörte LLcool J, Big Daddy Kane, Ghetto Boyz und NWA. Viele Hip Hop Styles konnte ich nicht ab.

Das ganze Geschrei ging mir auf den Sack. Beastie Boys, Run DMC, Public Enemy bis ich Rakims Stimme und Style hörte. Zum ersten Mal erkannte ich die Bedeutung des Hip Hop und das es Style hat.

Mir war noch nicht klar, dass ich Rapper werden wollte, obwohl ich in der Küche beim abwaschen immer heimlich ein paar Strophen rappte und einige Moves imitierte. In meiner Jugend trat ich zum Spaß einer Gruppe Namens „No Kwest´n“ aus Mümmel (HH) bei. Wir bekamen von 1000 Steine (Jugend-Hilfs-Organisation) erste Räume zur Verfügung gestellt und konnten ein paar Mal die Woche proben. Kleine Auftritte folgten bis der Tag kam, an dem wir uns bewähren durften.

Der Tag auf den wir alle gewartet hatten, ein Auftritt in der Markthalle HH (wo alle großen Rapper auftreten). In meiner Euphorie und Überheblichkeit nahm ich es zu locker und blamierte mich bis auf die Knochen (ich vergaß meinen Text!!!) Ich schwor mir mich zu verpissen oder es durch zuziehen. Und Tatsache, ich zog mich ein Jahr lang zurück und feilte an meinen Skillz.

Dann zog ich nach Horn und lernte ein paar Jahre später Jo-K kennen, den ich schon länger vom sehen her kannte. Er sagte: „Wenn andere sich Rapper nennen dürfen, dann ist es unsere Pflicht Hip Hop zu retten.“. Er sprach mir aus der Seele. Zwei Blender hatten sich gefunden, ein Dritter war auch nicht weit. Eine Lady kam hinzu und Cazino war 1998 geboren! Wir probten wie verrückt und wurden immer besser.

Bis 2000 dann die Chance kam mit großen Produzenten zu arbeiten, Boogie Park, die auch für Deichkind, K.C. da Rookie, Beginner und Sammy Deluxe Beats produzierten. Wir wurden bei Universal, Mercury und Motor zum Gespräch eingeladen, sollten aber trotz Potential erstmal noch Erfahrungen sammeln. Wir machten uns in der Hamburger Underground Szene einen Namen und verbündeten uns dann mit Deuce Clan und wurden noch im gleichen Jahr zur Fremdenlegion (FL) sofern wir zusammen auf der Bühne waren.

Wir hatten einige Auftritte und waren u.a. mit Brothers Keepers in Heidelberg und hatten auch einen besonderen Auftritt am Brandenburger Tor. Nach zwei produzierten Alben entwickelten wir uns in verschiedene Richtungen und lösten uns auf. Was damals Cazino war, gab´s nicht mehr…………….

Ich zog mich 2 Jahre zurück, aber ein Rapper hört nie auf zu schreiben. Ich begann Cazino alleine neu zu definieren. Mit der Unterstützung von Jo-K bastelte ich an neuen Songs.
Einige der alten Angebote kamen wieder auf und ich lernte Toctic kennen. Es entstanden die ersten Tracks. Gleichzeitig suchte ich Leute, denen ich meine Songs anvertrauen konnte, um sie zu veröffentlichen. Zeitlos Records war genau das Label was ich gesucht hatte. Ich wollte einfach nur rappen, wir wurden uns schnell einig und es wurde beschlossen eine Doppel EP mit dem Namen „Der Glaube in mir“ zu veröffentlichen.

CAZ Ich bin nicht da um Hip Hop zu verändern, sondern um meinen Teil dazu beizutragen.


zeitlos